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Komplimente – mehr als nette Worte

Komplimente – mehr als nette Worte

Vielerorts herrscht eine vornehme Zurückhaltung, wenn es um anerkennenden Zuspruch geht. Dabei haben Komplimente eine positive Wirkung, wie das folgende Zitat von Mark Twain verdeutlicht: «Von einem richtig guten Kompliment kann ich zwei Monate leben».

Wie Komplimente wirken

Ob eine anerkennende Äusserung, ein freundliches Wort oder eine nette Geste – erhalten wir ein Kompliment, werden im Gehirn Glückshormone ausgeschüttet wie beispielsweise Oxytocin für das Verbundenheitsgefühl, Opioide, die Freude auslösen und Dopamin, das uns nach weiterer Belohnung streben lässt. Logisch also, dass ein echtes Kompliment glücklich macht, das Selbstwertgefühl steigert und die Motivation fördert. Wie kommt es dann, dass im deutschsprachigen Raum Menschen überdurchschnittlich geizig mit Komplimenten umgehen?

Vom gespaltenen Verhältnis zu Komplimenten

Ein Kompliment zu geben beginnt damit, ein Kompliment annehmen zu können. Es fällt uns oftmals schwer, ein Kompliment einfach dankend entgegenzunehmen. Viele von uns haben schon früh gelernt, das eigene Licht unter den Scheffel zu stellen und bescheiden aufzutreten, um zu vermeiden, überheblich zu wirken. Ein Lob oder ein Kompliment wird oftmals schnell heruntergespielt («Ach, das ist ein altes Kleid») oder gänzlich weggewischt («Das ist nichts Besonderes»). Die positive Wirkung eines Kompliments bleibt damit aus.

Eine Abwehrreaktion auf ein Kompliment kann verschiedene Gründe haben. Vielleicht sehen wir Bescheidenheit immer noch als Tugend und wir kultivieren lieber die Zurückhaltung als freudig zu unseren Stärken zu stehen. Oder aber wir vermuten, dass der andere etwas von uns will und er uns nur deshalb ein Kompliment gibt – wir fühlen uns manipuliert. Vielleicht ist das Kompliment zu unspezifisch und wir können es nicht mit uns bzw. unserer Leistung in Verbindung bringen. Auch in diesem Fall verfehlt ein Kompliment einen anerkennenden Effekt. Möglicherweise ist das Kompliment auch zu abgedroschen oder zu überschwänglich, was uns wiederum misstrauisch macht und das Kompliment für uns geringwertig. Ablehnend reagieren wir ebenfalls, wenn das Kompliment unserem Selbstbild entgegensteht. Dann können wir schichtweg nichts damit anfangen.

Die Wichtigkeit von Komplimenten

Wir alle streben nach Anerkennung und Wertschätzung. Lob und Komplimente sind hilfreicher als Kritik, denn sie stärken uns in allen Bereichen des Lebens: Kinder lernen durch Lob, sich selbst zu mögen und ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln; in der Beziehung erhalten die Partner das Gefühl, geliebt zu werden; Mitarbeitende identifizieren sich mehr mit der Firma und sie sind motivierter, wenn sie von Vorgesetzten Anerkennung und Wertschätzung erhalten; Kolleginnen und Kollegen sind eher bereit, etwas füreinander zu tun und sie haben mehr Vertrauen in ihre Fähigkeiten, wenn sie ab und zu ein Kompliment bekommen.

Mehr Komplimente, bitte!

Bei allen Komplimenten ist es wichtig, dass sie möglichst konkret sind und dass die lobenden Worte ehrlich gemeint sind. Dies gilt sowohl am Arbeitsplatz als auch im privaten Bereich. Komplimente können sich auf besonders gelungene Projekte beziehen («Tolle Leistung. Alle Achtung". "Diese Aufgabe hast du grossartig gemeistert.") oder auf Eigenschaften («Ich mag deinen Sinn für Humor!». «Dein Optimismus ist ansteckend!»). Kommen diese Komplimente bei uns als ehrlich gemeint an und halten wir uns selbst für lobenswert, dann hören wir das Kompliment gern. Wir fühlen uns gemocht und wertgeschätzt.

Komplimente sind mehr als nette Worte. Sie gehören zum Kitt der Gemeinschaft, des Beziehungsgefüges und mit Komplimenten gestalten wir unser Zusammenleben freundlicher.

Mehr Komplimente, bitte! Komplimente sind Geschenke. Wenn wir diese freudestrahlend annehmen können, können wir grosszügig auch andere mit Komplimenten beschenken.

Gabriela Imhof, Humorberaterin HCDA

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