de fr   
Froschkönig

RedAction

Glücklichsein kann trainiert werden

Glücklichsein kann trainiert werden

Den meisten Menschen fällt es schwer, einfach mal zufrieden und glücklich zu sein. Man könnte meinen, wir hätten eine Vorliebe für schlechte Nachrichten und eine Präferenz für Fehler. Tatsache ist, dass wir Negatives sehr schnell wahrnehmen. Wir geben suboptimalen Ereignissen und Erfahrungen wesentlich mehr Gewicht als den positiven und freudigen Erlebnissen. Missglücktes bleibt an uns kleben wie Kleber. Negative Gefühle wirken zudem länger und stärker nach, weil wir sie besser abspeichern und liebend gern auch schneller wieder hervorkramen als neutrale oder gar positive Geschehnisse.

Negativer Fokus trotz positiven Ereignissen?

Das Interessante dabei: Im Durchschnitt erleben wir in unserem im Alltag häufiger positive Gefühle als negative. Weshalb fokussiert unser Gehirn dann auf das Negative, vermiest uns dadurch die Lebensfreude und verzerrt gar unsere Selbstwahrnehmung in eine Richtung, in der wir unsere Erwartungen klein halten und positive Erlebnissen und Menschen gegenüber grundsätzlich mal misstrauisch sind?

Unser Gehirn – unser Bodyguard

Unser Gehirn ist darauf programmiert, in einer sehr gefährlichen Umwelt zu überleben. Im limbischen System, einem entwicklungsgeschichtlichen alten Teil des Gehirns, sitzt unser hypersensibles und stets aktives Alarmsystem. Dieses fokussiert auf überall lauernde Gefahren, auf Negatives, auf Missliches, auf Schlechtes, auf Hindernisse – um uns vor Schmerz oder negativen Gefühlen zu bewahren.

Unser Gehirn tastet also quasi permanent unser Leben ab nach Problemen, die zur Katastrophe führen könnten mit dem Ziel, diese zu vermeiden. Das ist grundsätzlich toll, passt aber halt doch eher in die Steinzeit, als hinter jedem Gebüsch ein hungriger Säbelzahntigern lauern konnte, als in unsere heutige Wirklichkeit.

Was wir denken, prägt die Struktur unseres Gehirns

Glücklichsein ist - glaubt man dem Alarmsystem im Gehirn ­– gefährlich. Wenn wir glücklich sind, sind wir entspannt, ruhig, gelassen, zufrieden und mit der Aufmerksamkeit ganz im Moment. Gefahren werden in diesem Augenblick ausgeblendet – und das ist gut so. Denn die Eigenart des Gehirns, unseren Fokus auf schlechte Nachrichten und schlechte Erinnerungen zu richten, gibt eine verzerrte und vor allem eine verschlechterte Wirklichkeit wieder. Das beeinflusst unser Lebensgefühl, unsere Fähigkeit, uns glücklich und zufrieden zu fühlen, unsere Selbstwahrnehmung. Wir stehen unter Dauerstress, da ein Sicherheitsgefühl fehlt.

Unser eifriges Alarmsystem steht häufig in Konflikt mit unserem kognitiven Denken, unserem Verstand. Die Nervenbahnen, welche von unserem Alarmsystem zum Neocortex, dem Sitz des Denkens führen, kommen einer mehrspurigen Autobahn gleich. In unserem Verhalten haben wir uns zu eigen gemacht, die meist befahrene Autobahn zu benutzen mit der Konsequenz, dass wir in den gewohnten negativen Bahnen denken.

Glücklichsein kann man trainieren

Wir können unser Gehirn aber auch darauf trainieren, den Fokus auf die positiven Aspekte unseres Lebens zu lenken, auf die Erfolge und auf die Schönheiten des Alltags, denn mit unseren Gedanken erschaffen wir unsere Realität. Wir können neue neuronale Netzwerke entstehen lassen. Mit dem Fokus auf positive Erlebnisse und Gefühle verändern wir unsere Gehirnstruktur. Weniger genutzte neuronale Netzwerke werden mit der Zeit verkümmern und die neu geschaffenen Netzwerke gewinnen an Bedeutung. Das bejahende Denken fällt immer leichter, weil aus dem einstigen neuronalen Trampelpfad eine viel-gedachte mehrspurige Autobahn geworden ist. Gut zu wissen: Für die nachhaltig optimistische Lebenseinstellung ist weniger die Intensität der guten Gefühle entscheidend, als vielmehr die Häufigkeit.

Die tägliche Dosis positiver Emotionen

Gönnen Sie sich eine regelmässige Dosis an erfreulichen, anerkennenden, wertschätzenden, bestätigenden Gedanken und Gefühlen. Notieren Sie sich abends vor dem Schlafengehen, was Sie Ihnen an diesem Tag Schönes passiert ist, was Ihnen gelungen ist, worauf Sie stolz sind, was Sie bravourös gemeistert haben, usw. Schon bald werden Sie merken, wie dieses Gehirntraining Ihnen ermöglicht, den Fokus im Alltag mehr und mehr auf die positiven, erfreulichen, aussichtsreichen und verheissungsvollen Seiten des Lebens zu richten. Als willkommener Nebeneffekt verringern Sie Ihren Stresspegel, Sie orientieren sich mehr an Lösungen und Möglichkeiten, Sie sind optimistischer, Sie verbessern Ihre Stimmung und Sie werden schlicht und einfach glücklicher sein.

Gabriela Imhof, Humorberaterin HCDA

Zurück

Mit dem Newsletter Inspiration für mehr Leichtigkeit im Leben!